Die Herzdame und ich können uns natürlich nicht die ganzen Namen der unzähligen Kinder auf dem Spielplatz merken. Und selbst wenn wir es könnten, würden wir immer noch nicht wissen, wie man Emma 1 bis 10 und Emil 1 bis 5 unterscheiden sollte, geschweige denn die omnipräsenten Pauls. Da greift man schon einmal zu der einen oder anderen deutlichen Umschreibung, wenn man sich etwas von den Kindern erzählen möchte – der kleine Onkel Fester, die Lemuren-Zwillinge, der Engerling, die Kröte, der Troll und so weiter – das ist natürlich überhaupt nicht boshaft gemeint. Auch die Eltern benennen wir lediglich zur Verkürzung der Gesprächs- und Beschreibungszeit schon mal als Hippie-Trulla, Gucciflittchen oder Zementsack, dem liegt selbstverständlich keine abwertende Absicht zugrunde. Oft weiß man ja auch die Namen gar nicht, sondern nur zu welchem Nachwuchs die Frau gehört, also die Lemuren-Mama zum Beispiel.

Man muß dabei nur aufpassen, daß man nach etwa einem Jahr Spielplatzzeit doch irgendwann die richtigen Namen gelernt hat, denn sonst plaudert einem der Nachwuchs womöglich irgendwann die Hilfsbezeichnungen nach – und das war es dann mit den tollen neuen Kontakten aus dem Stadtteil.

Aber es ist doch schade, daß man wahrscheinlich nie erfahren wird, wie man selbst von den anderen genannt wurde, man ist ja doch etwas neugierig. Bestimmt sind wir so etwas wie „die beiden Superschnuckel mit dem Sonnenscheinchen“. Oder so.

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