Bei einer Fahrt mit der U3 am Hafen entlang sitzen der Herzdame und mir zwei sehr betrunkene Männer gegenüber. Ihrem Aussehen nach gibt es keinen Grund daran zu zweifeln, daß sie die meiste Zeit ihres Lebens betrunken sind, sie sitzen schwankend auf der Bank und halten sich aneinander fest.

“Kiek mol”, sagt der eine und deutet unbestimmt mit zitternder Hand in die Richtung der neuen Hafencity, wo man irgendwo am Kaispeicher A arbeitet, “da ganz hinten bauen sie jetzt die neue Oper”. “Jo”, sagt der andere in belehrendem Tonfall, “Elbphilosophie heißt das.” Sie starren beide aus dem Fenster. “Elbphilosophie?” kommt schließlich eine etwas ungläubige Gegenfrage. “Jo, Elbphilosophie. Das ist mit Bildung und so.”

Der andere seufzt und läßt sich leeren Blickes wieder nach hinten auf die Bank fallen, trinkt einen Schluck aus seiner Bierpulle und sagt ohne weiteres Interesse: “Ach so. Bildung. Na denn man to. Prost meine Herren.”

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