Elternzeit (2)

Das Gitter über dem Kellerlichtschacht. Die Fugen zwischen den Gehwegplatten. Das Moos in den Fugen. Dunkelgrünes Moos, hellgrünes Moos, winzige Körner im Moos. Matsch. Halme, Halme, eine Blüte. Eine rote Blüte, eine gelbe Blüte, besser noch mal vergleichen. Das zertretene Innenleben aus einem Überraschungsei. Eine tote Wespe. Steine an der Mauer. Rote Steine, braune Steine, kleine Steine, große Steine. Bröckelnder Mörtel dazwischen. Sand, Krümel, Lehm. Die eigenen Schuhe. Die eigenen Knie, die eigenen Hände. Eine vergitterte Pforte, ein Scharnier, ein Quietschen. Quietschquietschquietsch. Gitterstäbe, Zwischenräume, Gitterstäbe. Geht auch rückwärts! Glasscherben, grünes Gefunkel, nicht anfassen. Sehr schade. Eicheln, Eichelhütchen. Nicht essen, auch sehr schade. Eine Pfütze. Laub in der Pfütze, Laub am Rand der Pfütze. Laub, Laub, Laub. Geraschel überall, Wind in den Zweigen da ganz oben, Wind im Gesicht, Wind an der hochgehaltenen Hand. Warme Sonne, kühler Wind. Da, eine Taube, zwei, drei Tauben!

Zwanzig Meter bis zum Spielplatz – eine Stunde Weg.

Neu auf dem Nachttisch

Joseph Conrad: Taifun. Aus dem Englischen von Elise Eckert. Die Geschichte erschien zuerst 1903 und beginnt so:

“Die Gesichtszüge des Kapitäns MacWhirr vom Dampfer Nan-Shan schienen das vollkommene Widerspiel seines Charakters zu sein; sie boten keine bestimmten Merkmale, weder von Festigkeit noch von Beschränktheit; sie drückten überhaupt keinerlei Eigentümlichkeit aus; sie waren einfach gewöhnlich, ausdruckslos und unbeweglich. Das einzige, was sich in seinem Aussehen hie und da anzudeuten schien, war Schüchternheit; in den Geschäftszimmern der Reeder konnte man ihn nämlich, ein schwaches Lächeln auf dem sonnenverbrannten Gesichte, mit niedergeschlagenen Augen sitzen sehen.”