Nachdem bereits in der letzten Folge die körperlichen Anstrengungen der Elternzeit besprochen wurden, wollen wir uns heute einer Sonderform des Vatersports widmen, dem Solowippen.

Wenn Sie, wie der deutsche Durchschnittsvater, zwei Monate Elternzeit nach den Monaten der Mutter nehmen, wird Ihr Kind bereits Spaß auf einer Wippe haben wollen. Allerdings kann es um den ersten Geburtstag herum leider noch nicht verläßlich alleine wippen. Denkbar und wahrscheinlich, daß Sie irgendwann auf dem Spielplatz sind, das Kind krabbelt zur Wippe, zeigt mit sehnendem Blick auf das gerade freie Spielgerät und Sie werden sich in der Pflicht fühlen, das Gerät zu betätigen.

Ein Kind alleine zu wippen beansprucht allerdings Muskelpartien, mit deren Existenz Sie bis dahin gar nicht gerechnet haben. Um ein Gefühl dafür zu bekommen, machen Sie folgende einfache Übung: Besorgen Sie sich eine große, möglichst schwergängige Pumpe, etwa eine große Fahrradpumpe, am besten mit eine Quergriff oben. Stellen Sie die Pumpe auf den Boden, beugen Sie sich vor und pumpen Sie mit nur einem Arm, was das Zeug hält. Mit dem anderen Arm halten Sie einen Sack mit etwa zehn Kilo Kartoffeln ausgestreckt zur Seite und bewegen das Gemüse dabei ungefähr synchron zum Pumparm hoch und runter. Sagen Sie dem Sack alle zwei Sekunden bestimmt aber freundlich, daß er sich festhalten soll. Wenn Sie eine Partnerin haben, könnte sie, um es realistisch zu gestalten, den Kartoffelsack in unkalkulierbaren Abständen wild durchschütteln, während sie unbedingt versuchen, ihn auf gerader Spur zu halten. Pumpen nicht vergessen! Und gerade halten. Und auf und ab. Und immer auf das Festhalten hinweisen, das Kind soll ja etwas lernen.

Der Spaß am Wippen hält verblüffend lange an, halten Sie diese Übung also mindestens dreißig Minuten lang durch. Viel Erfolg.

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