Alberto Moravia: Ach, die Frauen. Die schönsten Erzählungen, ausgewählt von Klaus Wagenbach. Die titelgebende Geschichte darin beginnt so:

„Als ich Erminio, einen Vetter von mir aus Viterbo, der zum ersten Mal nach Rom kam und alles und alle sehen wollte, durch die ganze Stadt schleifen mußte, schlug ich ihm eines Abends vor, ins Kino zu gehen. Wir waren an der Piazza Mastai, und ich ging zum Kiosk, in der Absicht, eine Zeitung zu kaufen, um nachzuschauen, welche Filme gerade liefen. Fiammetta, die Zeitungsverkäuferin, war gerade dabei, zu schließen und nach Hause zu gehen; doch um mir einen Gefallen zu tun, holte sie aus einem Stapel eine Zeitung heraus und gab sie mir mit der Bemerkung: „Wenn du dich beeilst, brauchst du sie nicht zu bezahlen, ich nehm‘ sie wieder mit zurück.“ So schlug ich also die Zeitung auf und sagte zu Erminio: „Ich glaube, viel Auswahl haben wir nicht.“; doch mit einem Mal bemerkte ich, daß er mir überhaupt nicht zuhörte, sondern Fiammetta anstarrte. Haben Sie Fiammetta jemals gesehen?“

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