Wir dachten schon ernsthaft, der Sohn wäre ein schlechter Esser. Nachdem wir monatelang versucht hatten, endlich zu ergründen unter welchen Bedingungen er wohl einmal bereit wäre, eine halbwegs vernünftige Menge einer beliebigen Mahlzeit zu sich zu nehmen und daran schließlich vollkommen ergebnislos gescheitert sind, hatten wir uns schon mit dem Gedanken angefreundet, dem Kleinen eine Art Buffet bodennah hinzustellen, mit diversen babygerechten Snacks, aus denen er im Laufe des Tages ein paar Bissen hätte wählen können, ohne uns weiter mit seiner Unentschlossenheit zu nerven, ganz ähnlich wie man etwa Katzen ein paar Brekkies hinstellt oder dem Karnickel eine Möhre ins Stroh wirft.

Nur durch Zufall haben wir gemerkt, daß es doch alles ganz einfach ist. Der Sohn ißt, sogar erstaunliche Mengen. Die Herzdame und ich, wir müssen nur danebenstehen und cheerleadermäßig im Duett sehr laut „Einer geht noch, einer geht noch rein!“ singen und dazu klatschen. Der Sohn guckt, lächelt huldvoll und schlingt.

Ein Problem weniger. Allerdings verzichten wir bis auf weiteres doch lieber darauf, den Sohn irgendwo außer Haus zu füttern.

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