Man muß, wenn man Kinder hat, auch einfach mal annehmen können, was der Alltag an kleinen Veränderungen zu bieten hat. Wenn man ständig allen Vorfällen entgegen arbeiten würde, man käme niemals zur Ruhe. Natürlich schläft man irgendwann in einem Bett voller Zwiebackreste, natürlich trägt man gelassen Kleidung mit den absurdesten Flecken. Man muß sich auf die Prioritäten konzentrieren und jeweils entscheiden, was wirklich wichtig ist. Die Rettung des Geldes, des Handys, der Stereoanlage.

Der Sohn sortiert neuerdings die Unterwäsche der Herzdame und meine nach ganz eigenen Kriterien neu zusammen. Er steht sinnend vor der Kommode, öffnet alle Schubladen und geht sorgsam ans Werk, er räumt aus, er räumt ein, überlegt es sich noch einmal, fängt von vorne an. Das Ergebnis entspricht dann nicht mehr unserer klassischen Dessous-Trennung, aber habe ich morgens um sechs die Zeit, lange zu überlegen, welches Exemplar aus dem ehelichen Wäschesortiment ich da jetzt in der Hand habe, wenn ich routiniert in die Schublade greife? Schwerlich. Annehmen, was kommt! Hauptsache, die Kategorie stimmt ungefähr – und der Sohn kommt pünktlich in die Kita. Nur keine Zeit verlieren, nur keine Umstände.

Man gewöhnt sich an alles. Und wenn die Leserinnen wüßten, in welchen scharfen Teilchen ich gerade diesen Text schreibe, Ihnen würde ganz anders werden.

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