Noch einmal Sprache

Als ich gerade die Zahl der vom Sohn mittlerweile beherrschten Wörter zusammenzählte und auf ein Ergebnis im ganz unteren einstelligen Bereich kam, stellte die Herzdame nur nebenbei fest: “Macht nichts. Wenn er was zu sagen hätte, wäre er ein Mädchen geworden.”

Neues zur Sprachentwicklung

Während der Sohn noch im Mai dieses Jahres den Küchenmülleimer mit “Papa” anredete (siehe hier) und das Wort dann leider über Monate ganz wieder vergaß, wird “Mama” inzwischen unverkennbar zielgerichtet eingesetzt. Das finde ich bedauerlich, aber ich gebe die Hoffnung nicht auf. Immerhin hat der Sohn das Wort Papa seit kurzer Zeit wieder im Programm und er ist vielleicht auch auf gutem Wege, es sogar für mich zu verwenden. Glaube ich.

Zumindest ist seine Monchichi-Figur, die er im Moment gerne Papa nennt, mir schon viel ähnlicher, als es damals der Küchenmülleimer war. Man wird bescheiden.

Guten Morgen

Mittwoch
Der Wecker klingelt, die Herzdame und ich stehen auf. Der Sohn setzt sich knurrend und murrend auf, reibt sich die Augen, gähnt, rutscht aus dem Bett und geht in die Küche. Holt sich seine halbvolle Milchflasche vom Vorabend, eine Wasserflasche und einen Tetrapack Buttermilch. Trägt alles ins Schlafzimmer, schwankend unter der Last, wirft das Zeug in sein Bett, klettert hinterher, fällt um und schläft wieder ein.

Donnerstag
Der Wecker klingelt, die Herzdame und ich stehen auf. Der Sohn setzt sich knurrend und murrend auf, reibt sich die Augen, gähnt, rutscht aus dem Bett und geht ins Bad. Streckt sich, klettert auf die Toilette, balanciert zum Waschbecken, dreht das kalte Wasser voll auf und hält die Arme unter den Strahl. Es spritzt sehr, das ganze Kind wird nach und nach sehr naß. Als sein Schlafanzug endlich von oben bis unten triefend an ihm hängt, guckt er an sich herunter und lächelt zufrieden.

Freitag
Der Wecker klingelt, die Herzdame und ich stehen auf. Der Sohn setzt sich knurrend und murrend auf, reibt sich die Augen, gähnt, rutscht aus dem Bett und geht in die Küche. Schiebt leise vor sich hin fluchend den Kinderstuhl, der als Sperre vor dem Kühlschrank steht, beiseite, macht den Kühlschrank auf und nimmt einen fast vollen Becher Sahne. Gießt sich den Inhalt langsam auf den bestrumpften linken Fuß. Seine Laune steigt dabei sichtlich.

Man muß Kinder auch nicht immer verstehen.