Wir wollen nicht verschweigen, daß die Elternzeit Folgen hat, die sich auch auf das Berufsleben auswirken. Denn wenn man sich etliche Wochen lang nahezu ausschließlich mit ein- bis dreijährigen Kindern beschäftigt, dann hinterläßt das Spuren im Hirn.

Ich zum Beispiel betreue in meinem Hauptberuf des öfteren Menschen am Telefon, die mit einer Software nicht weiterkommen und deswegen einen Experten anrufen. Diesen Experten spiele ich. Normalerweise sind diese Telefonate eher kurz und routiniert, ich höre mir an, worum es geht, sehe mir vielleicht auch am Bildschirm eben die Problemlage an und weise dann nur kurz etwas an wie „neue Zahlen eingeben, sichern, dann raus mit dem Ende-Button“ oder dergleichen. Nach zehn Wochen Elternzeit neige ich, wie mir selbst auffällt, eher zu solchen Konstrukten: „Hei, da haben sie ja schon schön viele Zahlen eingegeben! Und ganz alleine! Fein! Das können sie aber schon toll. Können sie das auch noch einmal? Klar können sie das! Ich nehme ihnen jetzt mal die Zahlen weg – hui! – und dann machen sie einfach noch ein paar da rein. Gut? Na los, sie Racker, ich bin ja bei ihnen. Ich geh auch nicht weg, nein!“

Es ist ein wenig peinlich, aber man kann wohl wenig dagegen tun. Mit der Zeit wird es sich von selbst wieder geben, nehme ich an. Meine Kollegen sind hoffentlich geduldig genug, das Ende dieser Phase abzuwarten. Die kleinen Strolche.

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