Stefan Zweig: Honoré de Balzac. Eine Biographie. Das unvollendete Buch, an dem Zweig bis zu seinem Selbstmord 1942 gearbeitet hat, beginnt so:

„Ein Mann von dem Genie Balzacs, der kraft einer überschwenglichen Phantasie einen vollkommenen zweiten Kosmos neben den irdischen zu stellen vermag, wird nur selten fähig sein, bei belanglosen Episoden seiner privaten Existenz sich immer streng an die nüchterne Wahrheit zu halten; alles wird sich ihm der souveränen umformenden Willkür seines Lebens unterordnen. Diese selbstherrliche Transformierung vieler seiner Lebensepisoden setzt charakteristischerweise schon bei der – sonst unveränderlichen – Grundtatsache einer bürgerlichen Existenz ein: bei seinem Namen. Eines Tages, etwa in seinem dreißigsten Jahr, entdeckt Balzac der Welt, daß er nicht Honoré Balzac, sondern Honoré de Balzac heiße; und mehr noch, er behauptet, nach Fug und Recht von je zur Führung dieses Adelspartikels befugt gewesen zu sein.“

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