Alessandro Baricco: Oceano Mare. Aus dem Italienischen von Karin Krieger. Das Buch erschien zuerst 1993 und beginnt so:

“Sand soweit das Auge reicht zwischen den letzten Hügeln und dem Meer – dem Meer – in der kalten Luft eines Nachmittags, der fast vergangen ist, und gesegnet vom Wind, der stets von Norden bläst.
Der Strand. Und das Meer.
Es könnte die Vollkommenheit sein – Bild für göttliche Augen -, eine Welt, die sich ereignet und nichts weiter, das stumme Sein von Wasser und Erde, abgeschlossenes und exaktes Werk, Wahrheit, – Wahrheit -doch wieder einmal ist es das rettende Körnchen des Menschen, das den Mechanismus dieses Paradieses verklemmt, eine Kleinigkeit, die allein genügt, die ganz große Maschinerie unerbittlicher Wahrheit zum Stillstand zu bringen, ein Nichts, aber in den Sand gepflanzt, unmerklicher Riß auf der Oberfläche dieser heiligen Ikone, winzige Ausnahme, auf die Vollkommenheit des unermeßlichen Strandes gesetzt. Von weitem betrachtet wäre es nur ein schwarzer Punkt – im Nirgendwo das Nichts eines Menschen und einer Staffelei.”

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