Irgendwann bekommen Kleinkinder unweigerlich Instrumente. Von wohlmeinenden Großeltern, durchtriebenen Freunden oder auch den ahnungslosen Eltern selbst als Geschenk übergeben, bereichern Xylophon, Trommel, Tambourin oder auch Minikeyboard und Klimperphonium künftig den Alltag.

Kleinkinder reagieren in aller Regel begeistert auf Musikinstrumente und halten auch schon einmal verblüffend lange durch, sie zu malträtieren. Das kann, je nach Tageszeit und Situation, außerordentlich anstrengend sein und man kann generell ohne Übertreibung sagen, daß Musikinstrumente in einem Haushalt mit Kind eine Herausforderung darstellen. Und wenn man ehrlich ist und auf politische Korrektheit pfeift, kann man auch ergänzen, daß es tatsächlich Momente gibt, in denen man sich geradezu genötigt fühlt, die Krachattacken der Kinderinstrumente mit roher Gewalt zu beenden.

Ich habe zum Beispiel heute morgen, als ich über das Xylophon des Sohnes stolperte, in einem Anfall von musikalischem Ehrgeiz, der mir ansonsten vollkommen abgeht, des längeren versucht, „Hänschen Klein“ darauf zu spielen – und zwar ohne Noten oder andere Hilfsmittel. Nein, alleine! Nur nach Gehör und Intuition! Wobei ich tatsächlich die ersten 20 bis 25 Töne nach einer zugegeben recht langen Versuchsreihe tadellos zusammen bekommen habe und den Einstieg dann ziemlich flott mehrmals hintereinander fehlerfrei spielen konnte – bis mir der entnervte Sohn das Xylophon wegzog und auf den Kopf schmetterte.

Jetzt gilt hier bei der musikalischen Früherziehung, was in gefährlichen Berufen generell gilt: „Wir tragen alle Helm.“

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