Morgen gehen wir uns Autos ansehen. Natürlich mit einem Freund, der sich mit so etwas auskennt, ich stelle mich nur daneben und murmele auffallend kompetente Beiträge wie etwa „Oh Schwarz! Hübsch!“.

Eigentlich aber müßten wir, um zu wissen, welches Auto für uns richtig ist, probeweise den Kinderwagen ein paarmal in den Kofferraum wuchten. Am besten den möglichst frisch verschlammten Kinderwagen, aus dessen Innenraum frisch angesabberter Zwieback bröselt, denn nur dann weiß man, wie dreckig man sich beim Einladen an welchen Körperteilen macht. Eigentlich müßten wir auch etwa drei bis vier Kubikmeter Kinderzubehör probeweise auf die Rückbank verteilen, natürlich nachdem wir da den Kindersitz eingebaut haben. Eigentlich müßten wir dann den Sohn auf diesem Kindersitz längere Zeit herumschnullern lassen, denn eine wirklich spannende Frage bei einem Auto, viel spannender als zum Beispiel die Höchstgeschwindigkeit, ist die Frage, wie schnell man einen weggeschleuderten Schnuller wiederfindet, womöglich auf der Autobahn und ihn angeschnalltem Zustand vom Vordersitz nach hinten angelnd. Je mehr Abgründe und Spalten ein Auto hat, in denen sich Schnuller dematerialisieren können, desto ungeeigneter ist es für uns.

Eigentlich müßte der Sohn probeweise etwas Schokolade im Auto essen, damit wir sehen können, wie pflegeleicht die Sitze sind. Eigentlich müßte er im Auto auch etwas Apfelsaft trinken, damit wir wissen, wie schnell die Sitze wieder trocknen. Eigentlich müßten wir das alles sogar mit zwei Kindern testen, denn der Sohn hat sehr oft seinen besten Kumpel dabei. Der beste Kumpel hat morgen sogar Zeit.

Die Autoverkäufer werden uns lieben, glaube ich.

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