Wenn das Kind krank ist und Betreuung braucht, geht ein Elternteil mit ihm zum Kinderarzt. Dort kriegt man, wenn man wegen des Kindes zu Hause bleiben muß, einen Zettel ausgedruckt, den man an die Krankenkasse schicken soll. Und eine Kopie an den Arbeitgeber. Zwei Briefe. Die Krankenkasse schreibt dann einen Brief, zum Beispiel an mich, in dem steht, daß sie einen Brief geschrieben hat. Nämlich an den Arbeitgeber. Vier Briefe. Der Arbeitgeber erhält den Brief von der Krankenkasse und füllt einen beiliegenden Fragebogen aus. Schickt den Brief zurück. Die Krankenkasse schreibt dann wieder einen Brief an mich, daß sie einen Brief vom Arbeitgeber bekommen hat. Dann, Wochen später, überweist sie mir das Geld für die Tage, an denen ich gefehlt habe. Danach schreibt sie mir einen Brief, daß sie mir Geld überwiesen hat. Und dem Arbeitgeber schreibt sie das natürlich auch. Acht Briefe.

Das Kind kann übrigens nach der Genesung nicht einfach wieder in die Kindertagesstätte gehen. Man muß erst noch einmal mit dem Kind zum Arzt, weil es eine Gesundschreibung braucht. Also geht man als gesunder Mensch zur besten Arbeitszeit mit dem mopsfidelen Nachwuchs in die Praxis und läßt sich, man kann es raten, einen Zettel ausdrucken. Und wenn das Kind zur Genesung einen Tag länger braucht als gedacht, braucht man noch einen Zettel, den man dann an die Krankenkasse schickt, die einen Brief schreibt….

Das nächste Schreiben an die Krankenkasse beginne ich am besten mit „Lieber Brieffreund“.

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