Der Opa sitzt auf der Terrasse und trinkt ein Bier in der Nachmittagssonne. Bienen summen durch die Fuchsien und den Blauregen, die Katze räkelt sich auf dem Tisch und blinzelt träge nach den Fliegen, die über einen leeren Teller krabbeln. Der Himmel reckt sich blau und weit über das flache Land, ringsum leuchte der Raps in ungeheurem Gelb. Ein Trecker kreist über eine grüne Weide, der Bauer winkt im Vorbeifahren. Rosmarin und Basilikum duften in der Nachmittagswärme. Irgendwo ruft ein Mensch nach einem Hund, es bellt in der Ferne

Der Uropa kommt in den Garten, setzt sich ächzend auf eine Bank neben die Vogeltränke. Eine sehr dezente Wolke wandert langsam über das Haus, ein kaum zu spürender Wind spielt durch das Gras. Nichts passiert. Der Uropa sitzt, die Hände auf den Knien, und guckt herum, ins Leere oder ins Grün. Nach einer sehr langen Weile fragt der Opa schließlich, zum Uropa gewandt: “Wüssu n Bier?”

Der Uropa guckt stoisch in eine andere Richtung, nichts deutet darauf hin, daß er etwas gehört hätte. Man weiß nie, ob er sein Hörgerät eingeschaltet hat oder nicht, vielleicht hört er tatsächlich nichts, vielleicht ist er in Gedanken woanders. Er sieht zum Himmel, betrachtet die Wolke, die jetzt sehr langsam über die Weide vor dem Haus wandert, ihr Schatten huscht am üppig bewachsenen Rand des Grabens entlang. Die Katze gleitet vom Tisch und geht auf Patrouille, eine Amsel guckt beunruhigt. Minuten vergehen. Eine kleine Falte entsteht auf der Stirn vom Uropa, ganz allmählich verändert sich sein Gesicht und nimmt einen unwilligen Ausdruck an. Stöhnend erhebt er sich und murmelt mit einem unzufriedenen Blick auf den Opa: “Meine Ruhe will ich!” – und er geht.

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