Und dann gibt es Bücher, die man geschenkt bekommt. Einfach so! Oder auch nicht ganz so einfach, siehe hier.

Ein Buch mit einer schönen Idee. Da gerät die Queen von England zufällig in den Büchereibus, der die Angestellten ihres Palastes mit Literatur versorgt, leiht sich aus Höflichkeit ein Buch aus und wird, beraten von einem Küchenjungen, nahezu umgehend eine begeisterte Leserin, die kaum noch ohne Buch in der Hand anzutreffen ist. Das bleibt nicht ohne Folgen, die Literatur verändert ihr Denken und ihren Stil, ihr Umfeld ist über die Entwicklung not amused – sehr erheiternd, sehr anregend.

Alan Bennett: Die souveräne Leserin. Aus dem Englischen von Ingo Herzke. Das Buch erschien zuerst 2007 und beginnt so:

“Auf Windsor gab es ein abendliches Staatsbankett, und als der französische Präsident seine Position neben Ihrer Majestät eingenommen hatte, reihte sich die königliche Familie dahinter auf, und die Prozession setzte sich langsam in Richtung Waterloo Chamber in Bewegung. “Wo wir jetzt unter uns sind”, sagte die Queen, nach rechts und links lächelnd, während sie durch die glanzvolle Gesellschaft glitten, “kann ich Sie – was mir schon lange auf dem Herzen liegt – nach dem Schriftsteller Jean Genet ausfragen.” “Ah, sagte der Präsident. “Oui”. Die Marseillaise und God save the Queen unterbrachen ihre Unterhaltung, doch als sie beide Platz genommen hatten, wandte sich Ihre Majestät an den Präsidenten, um den Faden wieder aufzunehmen. “Sicher, er war homosexuell und ein Sträfling, aber war er tatsächlich so schlimm, wie man ihn darstellte? Oder besser gesagt”, und damit ergriff sie ihren Suppenlöffel, “war er tatsächlich so gut?”

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