Und dann gibt es Bücher, die nach dem ersten Drittel gar nicht mehr so sehr überzeugen, die aber einen solch gelungenen ersten Absatz haben, daß man ihnen dennoch freundlich gesonnen bleibt. Graham Greene: Die Reisen mit meiner Tante. Deutsch von Maria Felsenreich und Hans W. Polak. Der Roman erschien zuerst 1969 und beginnt so:

“Ich traf meine Tante Augusta nach mehr als einem halben Jahrhundert wieder – beim Begräbnis meiner Mutter. Als meine Mutter starb, war sie fast sechsundachtzig, und meine Tante war elf oder zwölf Jahre jünger. Zwei Jahre vorher hatte mich meine Bank mit einer angemessenen Pension und einem silbernen Händedruck in den Ruhestand entlassen. Nach der Übernahme durch die Westminster-Bank galt meine Zweigstelle als überflüssig. Alle hielten mich für einen Glückspilz, mir jedoch fiel es schwer, mit meiner Freizeit etwas anzufangen. Ich war nie verheiratet, führte immer ein ruhiges Leben und habe, abgesehen von meinem Interesse für Dahlien, kein Steckenpferd. Deshalb erregte mich das Begräbnis meiner Mutter auf angenehme Weise.”

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