Der Sohn steht im Supermarkt vor dem Smoothie-Regal, streckt die Händchen aus und gibt wiederholt ein flehentliches „Bitte“ von sich. Ich schleife ihn zum Frischobst, zeige ihm Stachelbeeren, Himbeeren, Äpfel, Kirschen, es ist eine wahre Pracht, was da herumliegt, der ganze Reichtum des Sommers. Der Sohn stupst lustlos eine Beere an, schüttelt den Kopf und zieht mich zum Kühlregal.

„Höre“, sage ich. „Obst wächst in mundgerechten Portionen, freundlich verpackt und verzehrfertig. Es gibt keinen vernünftigen Grund, es von der Industrie verarbeiten zu lassen und püriert zu trinken. Obst ist echt und einfach. Als ich so alt war wie Du, da kauften wir nicht einmal abgepacktes Obst im Laden. Das gab es gar nicht! Da mußte ich, wenn ich Obst haben wollte, das noch selber pflücken – mit ohne Leiter!“

„Genau“, sagt ein anderer Vater neben mir, der gerade versucht, seine Tochter für Aprikosen zu begeistern, „wir konnten noch auf Bäume klettern! Wie die Affen!“ „Und durch Brombeerhecken!“ rufe ich, „blutend, aber satt! Das war eine andere Zeit. Wo ist eigentlich mein Sohn?“

„Der sitzt im Kühlregal und trinkt Smoothies“, sagt der andere Vater, „das ist ja ein Ding, daß er die schon aufschrauben kann.“

Nun ja. Jede Generation muß ihre eigenen Erfahrungen machen, nehme ich an.

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