Wir fahren ein wenig durch die Gegend, das neue Auto will ja probiert werden. Der Freund, der uns bei dem Kauf beraten hat, nannte das Gefährt wegen seiner äußerst fruchtig roten Farbe mit deutlichem Widerwillen „Erdbeerkörbchen“, ein Name, den wir natürlich sofort übernommen haben. Das Erdbeerkörbchen fährt tadellos und im Gegensatz zu dem alten Auto kann man mit dem neuen Wagen auch mal wieder eine Küste oder ein anderes Stückchen Norddeutschland erreichen, ohne zwischendurch auf den Aleppi umzusteigen.
Zum Beispiel Friedrichstadt. Kennen Sie vielleicht, das ist eine Stadt, die von Holländern gebaut wurde und entsprechend aussieht, mit Grachten und allem, was dazu gehört, allerdings abzüglich der Windmühlen.

Durch Friedrichstadt kann man spazierengehen und ein giebeliges Idyll nach dem anderen bestaunen. Läden mit Kunsthandwerk, ich kriege ja Fluchtreflexe, wenn ich so etwas sehe. Fischbrötchenbuden, Tretbootverleih, malerische Brücken. Sehr nett. Was mich allerdings schwerer beeindruckte: Ein öffentliches WC, das mit Shanties beschallt wurde. Da singt ein brummiger Männerchor von Wellen, Meer und Seefahrt – und man selbst plätschert mehr oder weniger taktgerecht dazu. Ich liebe solche pragmatischen Ansätze. Friedrichstadt wird mir in guter Erinnerung bleiben.

Morgen nach Husum.

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