Sohn II sieht nicht nur fast genau so aus wie Sohn I, er kam nicht nur genau wie sein Bruder einigermaßen mühevoll und ziemlich langsam zur Welt, er scheint ihm auch sonst alles nachmachen zu wollen. Inklusive der Neugeboreneninfektion, die der Herzdame und dem Kind schon vor zwei Jahren eine Woche Klinikaufenthalt mehr als gedacht beschert hat. So etwas ist kein Riesendrama, aber man könnte doch ganz gut darauf verzichten.

Gleiche Entbindungsstation, fast exakt gleiches Datum, gleich aussehendes Kind, gleiche Symptome, gleiche Behandlung. Wir gehen auf die Neugeborenenstation und bekommen dort tatsächlich das gleiche Bettchen wie vor zwei Jahren. Es wird uns auch von der gleichen Schwester gezeigt, die schon vor zwei Jahren Dienst hatte. Die Schwester sieht uns an, sie sieht das Kind an, sie sieht sehr verwirrt aus. “Wir kommen öfter”, sage ich zur Erklärung und zeige auf unsere Dankeskarte von damals, die noch an einer Pinnwand an der Wand hängt.

“Dann also in zwei Jahren wieder?” fragt die Schwester. Ich sehe die Herzdame an. Sie hat gerade eine 24-Stunden-Geburt hinter sich, ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt für dieses Thema, denke ich. “Schauen wir mal”, sagt sie.

Man muß sie einfach lieben.

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