Zum Beispiel beim Wickeln.

Sohn I:
Man stellt ihm einfach irgendwann ein Bein, während er, bewaffnet mit seiner Bohrmaschine, dem Piratenkoffer, dem gelben Bauarbeiterhelm und einer Handvoll Autos, johlend an einem vorbeirast. Schnappt sich das Kind noch im Fallen am Hosenbund, wirft es auf das Sofa, reißt Hose und Windel herunter und montiert mit zwei Handgriffen eine neue. Das geht so schnell, als würde ein alter Segler sein Boot anbinden, als würde ein Cowboy mal eben sein Pferd festmachen. Aus dem Handgelenk, zack, fertig, hält. Man kann sich nebenbei problemlos weiter unterhalten. Das Kind rennt grölend mit der Hose auf Halbmast weiter, ein Helm und eine volle Windel bleiben zurück. Gesamtdauer: Cirka 60 Sekunden.

Sohn II:
Man nimmt ihn aus dem Bett, wie man ein Singvogelküken aus dem Nest nehmen würde: ganz, ganz vorsichtig. Man schält Jäckchen, Hemdchen und noch ein paar andere -chens vom Kind, sehr behutsam, als würde man Krabben pulen. Man sieht sorgsam nach, ob man dabei nicht vielleicht Fingerchen oder sonstige filigrane Bestandteile des Nachwuchses beschädigt hat. Man singt, wäscht, salbt, schaukelt, murmelt, knutscht, kuschelt und fängt dann wieder von vorne an, weil das Schaukeln die Verdauung angeregt hat. Man sieht zwischendurch mal hoch und stellt überrascht fest, daß es dunkel geworden ist. Man zieht das Kindchen wieder aus und wieder an und verliert sich minutenlang in einem seltsamen, unüberschaubaren Wirrwarr von Knöpfchen und Bändchen. Gesamtdauer: Cirka 60 Minütchen.

Mit anderen Worten, die Verwechslungsgefahr ist noch vergleichsweise gering.

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