Das zuletzt durchgelesene Buch war ein schwerer Fall. Ein wenig so, als würde man in einem äußerst edlen Restaurant essen, in dem ein sehr ambitionierter Koch Regie führt. Man weiß die Küche ist gut, gut im Sinne von „die Fachpresse jubelt“, aber schon der unbequeme Hyperminimalismus der Einrichtung macht einen fertig – und dazu dieser Druck, jeden Gang auch richtig würdigen zu müssen. Diese Erfindungen, diese Kombinationen, alles so wahnsinnig durchdacht, man fühlt sich wie in einer Prüfung. Nur um dann nach strapaziösen Stunden noch ziemlich hungrig den Laden zu verlassen. So fand ich die Erzählungen von David Foster Wallace.

Und nach so einem Restaurantbesuch steht einem dann der Sinn nach einer reellen Portion Pommes, frisch und köstlich, auf die Hand, an der Ecke, schnell und gut. Deswegen :

Victor Caspak und Yves Lanois: Die Kurzhosengang. Bilder von Ole Könnecke. Deutsch von Andreas Steinhöfel. Ein Kinderbuch, ein Jungsbuch, ein Riesenspaß, sehr schön illustriert. In einem Rutsch gelesen und sofort die Fortsetzung bestellt, was soll ich da noch sagen. Pommes sind super. Isa hat drüben auch gerade und sehr schön über das Buch geschrieben, gucken Sie mal hier.

Das Buch erschien zuerst 2001 und beginnt so:

„Der Mann fragt, ob wir die Kurzhosengang sind. Wir nicken, ja, wir sind die Kurzhosengang. Er fragt, was wir davon halten würden, unsere Fahrräder woanders hinzustellen. Wir schütteln die Köpfe, nein, die Kurzhosengang hält nichts davon, ihre Fahrräder woanders hinzustellen. Der Mann sagt, wenn das so wäre, dann müßte er handgreiflich werden. Darauf lächelt die Kurzhosengang. Niemand legt sich mit uns an. Das ist in ganz Kanada bekannt. Die Kurzhosengang braucht bloß ihre Muskeln anzuspannen, dann wird der Mann schon sehen, was er davon hat.
Die Kurzhosengang spannt ihre Muskeln an.“

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