Natürlich macht man als Mann heutzutage bei allem mit, was die Kinder betrifft. Man weiß, welche Größen ihre Hosen haben, man weiß, welche Windeln zu kaufen sind, man kann die Lieder aus dem Kindergarten mitsingen. Man kann Breichen kochen, geht souverän mit Anzeichen für Kinderkrankheiten um, hat immer einen Schnuller in der Anzugtasche und singt die Kleinen abends brummend in den Schlaf. Alles kein Problem, man ist voll integriert in das Familienprogramm, man gibt sich kompetent und die Frau, sie gibt sich partnerschaftlich. Sie diskutiert hin und wieder mit dem Mann, welche Strampler man kaufen sollte, sie bespricht abends den Speiseplan der Kleinen im Bett, es wirkt alles ganz so, als wären Kinder ein Fall für Zwei, als ginge es um Teamwork.

Nur ganz selten merkt man noch, was Frauen wirklich von uns halten und welche Kompetenz sie uns beim Management der Familie tatsächlich zubilligen. Heute zum Beispiel ein erhellender Moment beim Babyschwimmen – im Becken nur Männer, jeweils mit einem Kind auf dem Arm. Engagierte Männer gehen natürlich zum Babyschwimmen, keine Frage. Die Kursleiterin, die da mit uns planschte, kündigte die Folgekurse an, sie sprach vom kommenden Jahr und was da zu erwarten wäre. Und sagte dann einen Satz, der Bände spricht:

„Ihr könnt mir gerne heute schon einmal sagen, welche Kurse ihr nächstes Jahr besuchen wollt. Ich schreib mir das auf. Und dann bespreche ich mit euren Frauen, was wir wirklich machen.“

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