Ich nehme an, daß es sehr viele Möglichkeiten gibt, vom ersten bewußt erlebten Laternenumzug des Lebens beeindruckt zu sein. Man könnte zum Beispiel von der Musik fasziniert sein oder auch einfach davon, daß die Musik mitmarschiert, so etwas tut sie ja sonst nicht. Man könnte die neuen Lieder toll finden, diese eingängigen Melodien, die prägnanten Refrains, Rabimmel, Rabammel. Man könnte es toll finden, daß die Mütter und Väter alle mitsingen oder man könnte sich wundern, warum viele mitlaufende Großeltern so gerührt gucken. Man könnte das Herumlaufen im Dunkeln überhaupt toll finden, wann macht man so etwas schon, wenn man erst zwei Jahre alt ist. Man könnte ungeheuer beeindruckt davon sein, daß man selbst die Dunkelheit mit seiner Laterne erleuchten kann, oder doch wenigstens davon, daß es hundert andere Kinder mit einem zusammen tun. Man könnte es großartig finden, mitten im Spätherbst abends und draußen Würstchen zu essen, man könnte sich aber auch wundern, was denn wohl Glühwein ist und wieso man nichts davon abbekommt. Man könnte sich in seine Laterne verlieben oder in die eines anderen Kindes, wann sieht man schon einmal Laternen, Laternen sind doch wunderschön.

Das wäre alles vollkommen plausibel. Aber Sohn I, den wir nach dem Laternenumzug befragt haben, wie er es so fand, sagte sofort und mit leuchtenden Augen: „Toll! Kleine Mädchen im Dunkeln!“

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