Ich bin im Freundeskreis nicht wenig kritisiert worden, wegen dieses kleinen, harmlosen Artikels über die Keksbackkünste der Herzdame. Man hatte das vage Gefühl, ich würde ihr Unrecht tun. Ich tue, was ich tun kann, um dieser Kritik offen entgegenzutreten, ich schildere einfach, wie andere betroffene Personen auf diese Plätzchen reagierten.

Sohn I: Er ist natürlich nicht ganz unschuldig, er hat die Kekse immerhin mitgebacken, aber die Haupttäterschaft liegt doch fraglos bei der Herzdame. Weil das aber seine Mutter ist und er ein gutes Kind ist, hat er sich zunächst auf ihre freundliche Frage “Na, ein Keks für Dich?” immer einen Keks genommen, sie verbindlich angelächelt, einmal abgebissen und sich dann erst heimlich zum Mülleimer geschlichen, um die durchweichten Krümel dort leise würgend zu entsorgen. Nach einer Weile wurde ihm das aber zu umständlich, er nahm sich dann einfach hin und wieder einen Keks aus der Dose, wedelte ihn durch die Luft, rief “Mama, Keks”, damit sie auch merkte, das er an sie dachte – und dann brachte er den Keks direkt und unzerkaut in den Müll. Er wird jetzt wahrscheinlich denken, daß Weihnachten so gehört, seine Partnerinnen werden es ihm später wieder abgewöhnen müssen.

Der Vater der Herzdame: Er hat die Kekse tapfer probiert, gründlich gekaut und dann lange sinnend in die Luft gesehen. Dann sagte er, als würde es ihm zusammenhangslos einfallen, daß es in der Familie ja auch eine Tante gäbe, die anständig backen könne, mit richtig eßbarem Ergebnis.

Die Mutter der Herzdame: Hat nach dem ersten Keks noch mit gebotener Freundlichkeit gefragt, ob das Rezept aus “so einem Biobackbuch” stamme. Nach dem zweiten Keks hat sie die Reste allerdings kurzerhand an ihren Hund verfüttert, der gerade Durchfall hatte – und da sei Trockenfutter ja immer besser als das aus der Dose, sagte sie.

Ich bin immer wieder überrascht, wie gut ich in diese Familie passe.

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