Ina Bruchlos habe ich schon mehrfach auf Lesungen erlebt, daher wußte ich schon vor der Lektüre ihrer Bücher, daß ich sie großartig finden werde. Zum Beispiel „Der Kampf der Mähdrescher – kurze Erzählungen“. Wunderbare kleine Texte mit vollkommen irrsinnigen Gedankengängen. Wenn man nach diesen Texten einschläft, träumt man besonders bunt, was will man mehr von einem Buch erwarten. Tröstlich auch, daß ich nicht der einzige Mensch bin, der sich vor vielen Jahren lange gefragt hat , was dieser seltsame, nach geplatzter Wurst aussehende Aufkleber auf Hamburger Autos eigentlich darstellen soll. Ich komme aus Lübeck, was geht mich da Sylt an, Ina Bruchlos kommt aus dem Hessischen, das ist natürlich noch schlimmer. Das sollten Sie am besten auch nachlesen, es lohnt sich.

Das Buch erschien zuerst 2008 und beginnt so:

„Als ich in einem unüberlegten Moment Chris fragte, ob sie eigentlich je überlegt habe, aus Hamburg wegzuziehen, sah ich in ein überraschtes Gesicht, dessen hanseatischer Mund die Frage formte Warum denn und wohin?

Mittlerweile bin ich lange genug hier, um zu wissen, was den Hamburger in Hamburg hält. Man könnte vereinfacht denken: Hamburg. Nur, was unterscheidet diese Stadt von anderen großen Städten, warum ist es für den Hamburger so unvorstellbar, seine Stadt zu verlassen, und weshalb behauptet der Wetterdienst, die aufkommende Schlechtwetterfront ziehe ausschließlich über die schönste Stadt Deutschlands, so als ob es nirgendwo anders auch regne, als könne selbst der Regen einer so unbeschreiblichen Stadt wie Hamburg nichts ausmachen und selbst wenn es anderswo einmal nieseln sollte, die anderen Städte den Kampf gegen das Wetter verlören, nasser und trister würden, während die Hansestadt in einem Glanz, den nur der Hamburger zu erkennen vermag, erstrahlt.“

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