Als ich geboren wurde, 1966, da gab es noch gar keine Umwelt, da nannte man das noch „draußen im Garten“ oder, wenn es um mehr ging, „Gegend“. Als ich Kind war, konnte man draußen noch alles verplempern, versauen, verdrecken, das hat keinen interessiert, es war anscheinend von allem genug da. Genug Wasser, genug Luft, genug Sommer, genug Winter. Umwelt begann für mich als Begriff erst am Bauzaun von Brokdorf, um meine Lieblingsveteranenphrase wieder einmal anzubringen. Ihr dürft das googeln, liebe Kinder.

Als ich Kind war gab es ein Spiel, bei dem man mit einer kleinen Angel bunte Pappfische, Hummer und anderes aus einem Karton-Aquarium angeln konnte. Für die kleinen Fische gab es Punkte, für die großen Fische gab es natürlich mehr Punkte. Für alte Stiefel, die man auch angeln konnte, gab es nichts. Pech gehabt.

Sohn I hat auch so ein Angelspiel, manche Sachen bleiben ja gleich. Oder fast gleich. Ich hatte damals Haken an den Angeln, er hat Magneten. Das macht das Spiel nicht lebensechter, aber egal. Auch bei seinem Spiel kriegt man Punkte für die kleinen Fische und mehr Punkte für die großen Fische. Am meisten Punkte kriegt man heute aber für die alten Stiefel, denn die gehören nicht ins Meer und der kleine Umweltengel muß für sein Aufräumen belohnt werden.

Ich bin ja gespannt, wenn Sohn I bald in das Alter für „Mensch ärgere dich nicht“ kommt. Ob man die Spielfiguren noch einfach wie damals rauswerfen darf – oder muß man erst einen Sozialplan aufstellen?

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