Und ab und zu eine Bildungslücke schließen, man bleibt ja soweit ambitioniert. Wolfgang Koeppen: Tauben im Gras. Das Buch erschien zuerst 1951 und wird vielen aus der Schule oder aus dem Studium bekannt sein, es hat durch irgendeinen Zufall meinen Lebensweg nie lehrplanmäßig gekreuzt. Aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen ging ich bisher davon aus, es wäre, wie die meisten Bücher aus der unmittelbaren Nachkriegszeit, sprachlich arm und inhaltlich bleigrau, dem ist, wie man bereits nach wenigen Seiten sagen kann, mit Bestimmtheit nicht so.

Das Buch schildert einen Tag in einer deutschen Stadt in unzähligen Szenenschnipseln und beginnt so:

„Flieger waren über der Stadt, unheilkündende Vögel. Der Lärm der Motoren war Donner, Hagel, war Sturm. Sturm, Hagel und Donner, täglich und nächtlich, Anflug und Abflug. Übungen des Todes, ein hohles Getöse, ein Beben, ein Erinnern in den Ruinen. Noch waren die Bombenschächte der Flugzeuge leer. Die Auguren lächelten. Niemand blickte zum Himmel auf.“

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