So großartig ich Wolf Haas auch finde, er hat doch einen gewaltigen Nachteil. Wenn man nämlich selbst schreibt, ist es fast unmöglich, Haas zu lesen ohne hinterher in seinen Stil zu fallen, quasi schwere Haasifizierung. Dummerweise würde jeder sofort merken, daß man gerade Haas nachmacht, so etwas kann also nicht stehenbleiben, von dem Trip muß man irgendwie wieder runterkommen. Da braucht man etwas zum Nachspülen, eine stilistische Geradeaus-Einheit, einen literarischen Aquavit. Georges Simenon, was sonst.

„Die Ferien des Monsieur Mahé“, deutsch von Günter Seib, erschien zuerst 1946 und beginnt so:

„Er zog die Brauen zusammen. Klemmte er womöglich auch wie ein Erstkläßler die Zungenspitze zwischen die Lippen? Mit einem Flunsch und mürrischen Blicks beobachtete er verstohlen Gène und war bemüht, es ihm so exakt wie möglich nachztutun.

Umsonst. Irgendwas klappte nicht, denn das Ergebnis war dasselbe. Er war ehrlich genug, sich das einzugestehen, und hartnäckig genug, seine Ungeduld zu bezähmen. Er ließ die Hand genau wie Gène über den Bootsrand hängen, nicht höher, nicht tiefer, ganz unverkrampft; er hatte sofort begriffen, daß Anspannung schlecht war. Nur mit dem Zeigefinger lupfte er sacht die Hanfschnur der Handangel, die die Leute hier boulantine nannten.

An der Schnur lag es auch nicht. Gène hatte genau die gleiche.“

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