Wenn man in seinen Büchern wieder und wieder das gleiche Thema verhandelt, muß man schon sehr gut schreiben können, damit das noch gelesen wird, was man da produziert. Wenn man wieder und wieder um die Frage der Herkunft kreist und weiter über die Frage, warum man eigentlich darüber kreist und sich dann in Steigerung auch noch fragt, warum man eigentlich darüber schreibt, wird man entweder ziemlich langweilig oder ziemlich geistreich. Geistreich ist dann auch das erste Wort, was mir zu Hans-Ulrich Treichel einfällt. Immer wieder hochinteressant, besonders für Menschen, die auch auf die eine oder andere Art dem Schreiben verbunden sind: Hans-Ulrich Treichel – Der Felsen an dem ich hänge. Essays und andere Texte. Das Buch erschien zuerst  2005 und beginnt so:

„Als ich die Einladung zu dieser Poetikvorlesung erhielt, habe ich mich in zweierlei Hinsicht angesprochen und aufgefordert gefühlt: zum einen als Autor, der Gedichte, Romane, Essays, Libretti und anderes geschrieben hat. Und zum anderen als Hochschullehrer, der am Deutschen Literaturinstitut Leipzig seit dem Jahr 1995 Unterricht in einem Bereich erteilt, der im englischsprachigen Raum Creative Writing heißt, und den ich eher Literary Writing, Literarisches Schreiben zu nennen geneigt bin. Klingt doch der Begriff des Kreativen Schreibens zumindest im Deutschen noch immer nach Freizeitbeschäftigung, literarischer Bastelgruppe, schreibtherapeutischer Gesundheitsvorsorge und anderem mehr. Und schließlich, so ließe sich polemisch sagen, fängt die Literatur dort an, wo das Kreative Schreiben aufhört.“

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