Peter Rühmkorf, den habe ich schon als Kind gelesen, weil sein großartiges Buch „Über das Volksvermögen“ zuhause  im Regal stand und ich es sehr unterhaltsam fand. Wenn Sie das nicht kennen sollten, das ist eine erstaunliche Sammlung von Abzählreimen, Kinderversen, Schlagerparodien und anderem, eine wilde Mischung aus Straßenlyrik, die kein Dichter je so gemeint hat, aber die das Volk so geprägt hat. Nicht lyrisch vergoldet, nicht unbedingt jugendfrei, nicht zensiert. Ein schönes Buch, auch heute noch lesbar und interessant.

Aber jetzt auf dem Nachttisch: Haltbar bis Ende 1999 – Gedichte. Am Abend ein zwei Gedichte, das geht schon, da wird man nicht gleich irre von und grübelt am nächsten Tag über eigenen Sonetten. Zwei Gedichte, das kann man verkraften, wenn man sonst seelisch gesund ist. Aber wer ist das schon.

Ich zitiere den Anfang des Gedichtes „Der getreue Don Juan“:

Keinen Grund gefunden habend,

kein Warum? und kein Voran!

Aber so und heute abend

Kommen wir und sehen uns an.

In den letzten Kunstlachsröten

Dreimal ums Karree gelatscht;

Keinen Lebensbund zu löten,

nichts! Das Lied ist ausgebratscht.

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