Der eine oder andere erinnert sich vielleicht noch an Gerbrand Bakker, dessen „Oben ist es still“ aus gutem Grund ein internationaler Erfolg geworden ist. Von diesem Autor nun ein neues Werk: „Juni“. Fängt genauso schnörkellos gelungen an wie das vorige Buch, spielt auch in ähnlicher Gegend – und ich mag ja sowas, wenn man auf etwas Ähnliches hofft, und es dann auch bekommt. Viele Autoren geben sich Mühe, von Buch zu Buch ganz andere Menschen mit ganz anderem Stil zu werden, das habe ich nie recht einsehen können und meistens auch nicht gemocht. Das Buch erschien gerade erst, wurde von Andreas Ecke übersetzt und beginnt so:

„Gleich kommt Slootdorp“, sagte der Chauffeur. „Dort übernimmt sie ein neuer Bürgermeister“.

Sie schaut hinaus. Rechts und links breite Streifen Weide- und Ackerland, deren Ende nicht zu sehen ist. Hier und da ein klobiger Bauernhof mit rotem Ziegeldach. Zum Glück regnet es nicht. Rechts wird die Sicht teilweise von C.E.B. Roell versperrt, die in ihren Papieren liest; bestimmt irgend etwas über das Dorf, zu dem sie unterwegs sind. Sie zieht die Handschuhe aus, legt sie auf den Schoß und klappt den Aschenbecher auf. Roell seufzt. Einfach ignorieren.“

Es ist die holländische Königin, die hier über Land fährt und schon der Einstieg in die Geschichte, ein Besuchstag der Königin in der Provinz, ist das ganze Geld wert. Dringende Empfehlung.

%d Bloggern gefällt das: