Draußen ist schönstes Herbstwetter, da kann man sich ja einmal ein etwas dickeres Buch vornehmen, jetzt, wo die Abende anscheinend wieder länger und kühler werden. Herman Melville: Moby-Dick,in der neuen Übersetzung von Mattias Jendis. Das Buch erschien zuerst 1851 und beginnt mit einem ziemlich berühmten ersten Satz, mit dem, wenn ich mich recht erinnere, auch der Film beginnt.

„Nennt mich Ismael. Ein paar Jahre ist’s her – unwichtig, wie lange genau, da hatte ich wenig bis gar kein Geld im Beutel und an Land reizte mich nichts Besonderes, und so dachte ich mir, ich wollt ein wenig herumsegeln und mir den wässerigen Teil der Welt besehen. Das ist so meine Art, mir die Milzsucht zu vertreiben und den Kreislauf in Schwung zu bringen. Immer wenn ich merke, daß ich um den Mund herum grimmig werde; immer wenn in meiner Seele ein nasser, niesliger November herrscht; immer wenn ich merke, daß ich vor Sarglagern stehenbleibe und jedem Leichenzug hinterhertrotte, der mir begegnet; und besonders immer dann, wenn meine schwarze Galle so sehr überhandnimmt, daß nur starke moralische Grundsätze mich davon abhalten können, mit Vorsatz auf die Straße zu treten und den Leuten mit Bedacht die Hüte vom Kopf zu hauen – dann ist es höchste Zeit für mich, so bald ich kann auf See zu kommen.“

Ansonsten muß man zu Moby-Dick sicher nichts sagen, das wird jeder mehr oder weniger kennen, auch wenn es kein Schwein wirklich gelesen hat. Mal sehen, wie weit ich damit komme, bevor es Frühling wird.

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