Sohn II krabbelt zu meinem Schreibtisch und  beißt mich ins Bein, denn Dezenz ist ihm eher fremd. Nachdem er meine volle Aufmerksamkeit hat, sagt er nachdrücklich: „Öchzrobborobbowammahaps.“ Und guckt mich erwartungsvoll an. Ich gucke ratlos zurück. Keine Ahnung, was das Kind meint, in dem Alter ist es sehr schwer zu raten, was diese Laute bedeuten könnten. In der Regel beziehen sich alle seine Äußerungen auf den Wunsch nach Essen, mehr Essen und noch mehr Essen, aber es kann womöglich einmal Ausnahmen geben. Ich habe eine Eingebung und rufe Sohn I, der ein paar Meter weiter mit Lego spielt, und frage ihn, ob er eigentlich seinen kleinen Bruder versteht. Ja, sagt er und nickt, als wäre das ganz selbstverständlich, natürlich versteht er ihn. Toll, sage ich, du weißt tatsächlich, was er meint? Er nickt wieder. Eigentlich auch ein ganz naheliegender Gedanke, daß ein Kleinkind ein Baby viel besser versteht als wir Erwachsenen, es ist einfach näher dran, es war ja vor ganz kurzer Zeit selbst noch ein Krabbelkind. „Also“, sage ich, „was hat der Kleine denn da eben gesagt?“

„Öchzrobborobbowammahaps“, sagt der große Bruder und wendet sich wieder sehr beschäftigt seinen Legobausteinen zu. Er kann sich schließlich nicht den ganzen Tag um die dummen Fragen seines Vaters kümmern.

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