Wir waren in einem Freizeitpark, der sich speziell an eher kleinere Kinder richtet, Potts Park in Minden, eine wirklich großartige Einrichtung. Der größte Spielplatz, den die Kinder je gesehen haben, mit tollen Angeboten für die Kleinen, man könnte tatsächlich Tage darin verbringen.  Einige der Attraktionen sind noch aus den Siebzigern, was man ihnen auch ansieht, mir wurde ganz nostalgisch zumute. Dieses Design, diese Farbgebung – ganz mein Kinderland!  Daneben viele neue Spielgeräte, Achterbahnen, Flugdingse, Superschaukeln und was es in solchen Parks eben so gibt. Unfaßbar viel. Nur seltsam, daß die Angestellten dort alle vollkommen verbiestert herumlaufen und anscheinend grundsätzlich nicht lächeln, aber das mag an der Gegend liegen.  Oder auch daran, daß sie alle bunte Fliegen tragen müssen. Aber wenn Minden (NRW) für Sie halbwegs erreichbar ist – es lohnt sich mit Kindern trotzdem.

Sie kennen doch zum Beispiel diese kleinen Bagger, in die man normalerweise einen Euro einwirft und bei denen man dann mit vier Hebeln einen Greifarm bedienen kann, fast ganz wie in einem richtigen Bagger? Die, von denen man seine Kinder immer schnell wegzieht, weil es auf die Dauer doch ein teurer Spaß ist? Die sind da im Eintritt mit drin, man kann baggern solange man nur möchte.

Na, sagte ich, dann mal los. Ein ungläubiger Blick aufs Gerät, ein fragender Blick zu mir – ich nicke beruhigend, nein, mein Herz, es kostet wirklich nichts, bagger ruhig. Dieses berauschte Grinsen beim ersten Ziehen an den Hebeln!  Diese Konzentration auf die Mechanik, dieser unbedingte Wille, den großen Sandhaufen  von links nach rechts zu bewegen, dann wieder zurück und dann ein Stück weiter nach vorne – man muß es gesehen haben.  Dieses ekstatische Grinsen, wenn eine Greifbewegung mit der großen Schaufel besonders gelungen ausgeführt wird, diese Anspannung im ganzen Körper, wenn der Arm besonders trickreich gesteuert werden muß,   dieser vollkommen versunkene Blick, dem man ansieht, daß es in diesem Menschen überhaupt kein Zeitgefühl mehr gibt – man muß wohl dabei gewesen sein.

Man würde sonst nicht glauben, wie lange eine erwachsene Frau auf einem Spielzeugbagger sitzen kann. Und hätte Sohn I nicht irgendwann beleidigt gegen die Maschine getreten, weil er endlich auch einmal wollte, die Herzdame würde da immer noch sitzen und die Nacht durchbaggern.

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