Es ist viertel nach sechs, Sohn I richtet sich mißmutig stöhnend im Bett auf und reibt sich die Augen. Dann murmelt er „Musik“ und sucht seinen CD-Player, in den er die CD mit den spanischen Partykrachern aus dem letzten Urlaub legt und auf voller Lautstärke abspielt. Dabei wird er allmählich wacher, sein Kopf wackelt rhythmisch hin und her und bei den Refrains geht gelegentlich sogar ein Arm hoch, den wippenden Zeigefinger zur Decke gereckt. Ich gehe am Kinderzimmer vorbei, drehe die unerträgliche Musik leiser und ziehe weiter ins Bad. Im Rausgehen höre ich gerade noch, wie der Sohn einen unfeinen und keineswegs kleinkindgemäßen Ausdruck murmelt und die Musik wieder aufgedreht wird. Sohn II robbt jetzt auch ins Kinderzimmer, ich werfe noch einen Blick hinein. Der Kleine setzt sich neben sein Vorbild, knurrt zustimmend den CD-Player an und schaukelt solidarisch etwas mit dem Oberkörper hin und her, sein Kopf schlägt dabei halbwegs im Takt gegen den seines großen Bruders.

„Wo sind eigentlich die Kinder“, fragt die Herzdame. „Im Kinderzimmer“, sage ich, „sie üben Headbangen.“ „Ah“, sagt die Herzdame, „dann ist es ja gut.“


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