Im Alter von etwa drei Jahren beginnen Kinder zu erfassen, was an ihrer Heimat das Besondere ist. Sie bekommen mit, was die Erwachsenen wieder und wieder loben, sie verstehen, daß es Touristen gibt, die sich etwas ansehen wollen, sie sehen auf Postkarten an den Kiosken immer wieder die gleichen Motive. Sohn I spricht ganz bewußt nicht von Alster oder Elbe, er spricht von unserer Alster und unserer Elbe. Das Rathaus, Hagenbecks Tierpark, der Fernsehturm, der Hauptbahnhof, das ist alles Hamburg, das ist alles toll, und irgendwie ist es alles auch seins. Erstaunlich aber, daß so kleine Kinder auch schon einen Sinn für Symbolik haben.

Sonntagnachmittag, es regnet in Hamburg, was in diesem Sommer als einigermaßen originell durchgehen kann.  Sohn I lehnt sich weit aus dem Kinderzimmerfenster, er ruft mich aufgeregt zu sich und zeigt auf das nahe Dach des Atlantic-Hotels: „Papa, guck mal, guck mal, die Hamburgfahne im Regen – ist das schön!“


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