Wir haben neulich bei den Kindergeburtstagen natürlich gemerkt, daß der Abstand von zwei Tagen zwischen den Geburtstagen der Söhne wirklich unangenehm ist. Kaum hat man die Trümmer der ersten Party aufgeräumt, feiert man schon den zweiten, womöglich sogar mit den selben Gästen, das ist von Loriot gar nicht weit weg. Ich habe natürlich, Stammleser werden sich erinnern,  alles dafür getan, Sohn II am gleichen Tag geboren werden zu lassen wie Sohn I, aber Monsieur wollte ja unbedingt seinen Kopf durchsetzen und ein eigenes Datum haben. Er ist überhaupt renitenter als sein Bruder, so etwas zeigt sich anscheinend von Anfang an.

Man könnte den beiden natürlich noch jahrelang verschweigen, daß es sich um zwei verschiedene Daten handelt, und  einfach immer alles zusammen feiern, fast wie bei Zwillingen. Man könnte auch die Partys jeweils auf ein anderes Wochenende schieben, um etwas Abstand zu haben, und die Wohnung zwischendurch renovieren zu können. Man hat schon Möglichkeiten. „Und wenn wir einfach noch zwei Kinder im September bekommen“, sagte ich zur Herzdame, „können wir einen ganzen Monat lang jedes Wochenende feiern!“ Die Herzdame schüttelte den Kopf und rückte sicherheitshalber etwas von mir ab, das Gespräch fand im Bett statt.

Tatsächlich ist es übrigens eine schwierige Frage, ob man es nun bei zwei Kindern belassen soll oder nicht. Man sagt, nur noch ganz arme oder ganz reiche Eltern leisten sich drei oder mehr Kinder – die einen, weil es nicht mehr darauf ankommt, die anderen, weil sie Personal haben. Die Mittelschicht dazwischen, die bleibt bei zwei. Man kann das leicht auf jedem Spielplatz verifizieren. Die Frauen, die dort mit drei Kindern gleichzeitig  herumspielen, das sind die Kindermädchen, fast kann man darauf wetten. In unserem kleinen Bahnhofsviertel ist eine größere Wohnung nicht  nur sehr schwer zu bekommen, sie wäre auch sehr schwer zu bezahlen. Den Stadtteil zu wechseln ist für uns – wie für die meisten Hamburger – vollkommen undenkbar. Zumal man für bezahlbaren Wohnraum mittlerweile wahrscheinlich bis Mecklenburg ziehen müßte. Die Kitagebühren für zwei Kinder liegen schon deutlich über 500 Euro, das nennt sich Hamburger Familienpolitik und ist aus irgendwelchen Gründen, die ich vergessen habe, gut gemeint. Wie man also für drei Kinder ausreichend Geld und Zeit haben soll, ist der Herzdame und auch mir, die wir beide selbständig arbeiten, vollkommen unerfindlich. Und schon die Vorstellung, noch ein paar weitere Jahre nachts nicht durchzuschlafen, läßt mich schlagartig dramatisch altern. Es gibt keinen, wirklich überhaupt keinen vernünftigen Grund für ein drittes Kind, alles spricht dagegen.

Mein Bruder wies mich allerdings gerade darauf hin, daß es doch ein schönes sportliches Ziel wäre, die Geburtstagslücke zwischen den beiden Söhnen zu schließen, ein Aspekt, auf den ich noch gar nicht gekommen war. Dann könnte man einfach drei Tage ekstatisch durchfeiern und danach das Thema ein ganzes Jahr lang abhaken. Darüber werden wir gründlich nachdenken müssen. Man kann sich gegenüber einleuchtenden Argumenten ja auch nicht pauschal verschließen. Aber erst einmal ist die Zwei auch eine sehr schöne Zahl.

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