Eigentlich gar keine schlechte Idee, nach und nach all die Bücher zu lesen, zu denen man aus irgendwelchen Gründen nie gekommen ist, obwohl sie Klassiker schlechthin sind und man daher den Inhalt schon zu einem erheblichen Anteil kennt. In dieser Reihe jetzt Robert Louis Stevenson: Die Schatzinsel. Hat man natürlich alles schon gehört, was da passiert, man kennt auch Billy Bone und Long John Silver, man kennt Captain Flint und vielleicht sogar Israel Hands. Man weiß sogar, daß auf der Insel ein Skelett auf den Schatz zeigt – und dennoch macht die Lektüre Spaß – so viel Spaß, daß man geradezu Lust bekommt, das Buch heimlich nachts mit der Taschenlampe unter der Bettdecke durchzulesen. Der Roman erschien zuerst 1881 in einer Zeitschrift. Ich lese die Übersetzung von Karl Lerbs, sie beginnt so:

„Friedensrichter Trelawney, Doktor Livesey und die anderen Herren, die an unseren Abenteuern teilnahmen, haben mich damit beauftragt, die ganze Geschichte von der Schatzinsel aufzuzeichnen, mit allen Einzelheiten, und nichts geheimzuhalten als nur die Lage der Insel – und auch das nur, weil dort noch ungehobene Schätze liegen. So ergreife ich denn im Jahr des Heils 17.. die Feder und wandere im Geiste bis zu der Zeit zurück, da mein Vater noch Wirt der Schenke „Zum Admiral Benbow“ war und der braungebrannte alte Seemann mit der Säbelnarbe auf der Backe zu uns kam, um sich unter unserem Dach anzusiedeln.“

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