Die Herzdame hat den ersten veritablen Hexenschuß ihres Lebens, eine Erfahrung, die nicht eben einfach für sie ist. Erstens tut es höllisch weh, zweitens nutze ich selbstredend die Chance, mich für zehn Jahre Hohn und Spott über meine eigenen Rückenbeschwerden zu revanchieren. Sie kommt mit schmerzverzerrtem Gesicht von einem Arztbesuch zurück, ich bitte sie, während ich auf dem Sofa entspannt in wohliger Lage ein Buch lese, die zahllosen von den Söhnen verstreuten Legosteinchen auf dem Fußboden aufzuheben. Sie sagt, sie wäre nahezu bewegungsunfähig, ich erinnere sie freundlich daran, daß wir noch die schwere Kommode im Kinderzimmer verrücken wollten und frage, ob heute recht sei. Sie gräbt im Schrank nach Schmerzmitteln, ich drücke ihr Sohn II in den Arm, mit dem freundlichen Hinweis, daß er gerne etwas herumgetragen werden möchte.  Man versteht das Prinzip, nehme ich an. Eine herzensechte Partnerschaft sollte eben immer von Fairness und Gegenseitigkeit geprägt sein.

Die Herzdame sucht in der Küche stöhnend nach ihrem Wärmekissen, ich sitze am Computer und arbeite vergnügt vor mich hin.

Ich: „Oh hier, eine Mail von E. Sie sagt, sie könne dir einen Osteopathen empfehlen, für deinen ach so kaputten Rücken.“

Herzdame: „Ach, Osteopathen. Das haben mir schon so viele empfohlen, ich glaube da ja nicht recht dran. Warum sollte ich da hingehen?“

Ich: „Sie schreibt, er sei attraktiv.“

Herzdame: „Steht die Nummer dabei?“

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