Wenn man mit einem Kinderwagen, zwei Kindern und den üblichen Gepäckmengen von typischen Eltern an einer jener für Hamburg leider sehr typischen Treppenfallen hängenbleibt – funktionierende Rolltreppen oder gar Fahrstühle sind hier an S-Bahnhöfen eher eine Kuriosität als eine Regel – dann liegt die Wahrscheinlichkeit, daß der freundliche Mitbürger, der sich nach einer kleinen Ewigkeit und gefühlten tausend vorbeihastenden Menschen endlich erbarmt, und einem dabei behilflich ist, mit Wagen, Kindern und Gepäck die Treppe zu überwinden, ein Mensch mit Migrationshintergund ist, grob geschätzt und eher niedrig angesetzt etwa bei neunzig Prozent.

Wenn man an der Treppe beim Warten auf Hilfe aber angepöbelt wird, weil man gerade im Weg steht und so die termingeplagte Meute mit dem Kinderwagen, dem Nachwuchs und dem Gepäck ein klein wenig am reibungslosen Herumrennen hindert, dann ist die Wahrscheinlichkeit, daß der Pöbelnde ein Deutscher ist, in etwa hundert Prozent.

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