Nachdem der letzte Kempowski eher ein Reinfall war, nun wieder eine verläßliche Angelegenheit, nämlich die Fortsetzung von „Tadellöser & Wolff“:

„Uns geht’s ja noch gold“. Der zweite Weltkrieg ist vorbei, die Russen marschieren in Rostock ein und die Familie schlägt sich durch einen Alltag, in dem kaum noch Regeln gelten, abgesehen davon, daß jeden Tag Essen auf den Tisch kommen muß. Das Buch erschien zuerst 1972 und beginnt so:

„Wenn ich mich etwas vorbeugte, konnte ich vom Schlafzimmerfenster aus alles gut überblicken. Drogerie Kotelmann, Schlachter Timm. Seifenheimchen schloß das Fenster. Gegenüber die Paulstraße, die machte hinten einen Knick: bis dahin war das Feuer gedrungen, bei der „Katastrophe“, wie die Leute den Angriff von 1942 nannten. Vor der Katastrope und nach der Katastrophe. Jetzt würde es vor und nach dem Zusammenbruch heißen. Bis zu Bäcker Kofahl hatte es sich gefressen. „O watt Löckers“, hatte der alte Kofahl gesagt, in seiner kleinkarierten Bäckerbüx. „All dat Mähl…“

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