The same procedure

Merlix: Silvester

In nun schon alter Tradition erscheint hier auch zu diesem Silvester wieder dieses bemerkenswerte Bilddokument, das an einen Abend besonderer norddeutscher Ausgelassenheit erinnert. Deutlich erkennt man die sogenannte Hanseaten-Ekstase in meinem Blick. Denn man muss gerade die süddeutschen und rheinländischen Leser gelegentlich daran erinnern: wir hier oben, wir sind gar nicht so. Wir können auch anders.

Wir wünschen  einen guten Rutsch und ein wundervolles 2011! Bis nächstes Jahr.

Oh, and by the way: Drüben im Westen ist wieder ein neues Wochenhoroskop von mir online.

Alternative II

Sohn I: „Ein Pfefferkuchenmann ist aus Pfefferkuchen, oder?“

Ich: „Ja, das ist richtig.“

Sohn I: „Und ich bin aus Fleisch, oder?“

Ich: „Ja, das ist auch richtig.“

Sohn I: „Na, Hauptsache lecker.“

Alternative

Sohn I: „Papa, können wir in den Tierpark?“
Ich: „Ach nee, da sieht man ja kaum Tiere bei dem Wetter.“
Sohn I: „Oh, schade. Dann vielleicht in den Zoo?“

Tempi passati

Aus, vorbei, schon vorüber. Ein Jahr ist nichts, wenn man über die Schulter zurücksieht, man meint sich noch an den Geschmack des Schampus vom letzten Silvester zu erinnern. Kachelmann, Lena, Grubenunglück in Chile. Irgendwas auf Haiti, die Loveparade. Loki Schmidt. Kulturhauptstadt Ruhr, war da was? Keine Ahnung. Das iPad. Hat sich alles privat nicht ausgewirkt, rauscht alles so durch. Ein Bild in der Zeitung, zwei Artikel später schon vergessen. Immerhin, nach dem Riesenerfolg des Buches über die Fleischindustrie „Tiere essen“ von Jonathan S. Foer werden sehr viele Menschen zu Vegetariern, auch mehrere Frauen im Freundeskreis. Nur Frauen, wohlgemerkt. Der deutsche Mann würde nach der Lektüre vielleicht auch zum Vegetarier werden, aber er hat ein kleines Problem. Durch den tragischen Irrglauben bemerkenswert vieler Frauen in diesem Land, dass die Leggings wieder zu den tragbaren Kleidungsstücken zu zählen sind, muß der Mann nämlich pausenlos an das Wort „Wurstpelle“ denken. Wer aber unentwegt so etwas denkt, der ist für die fleischlose Bewegung verloren, an dem geht der Welttrend vorbei. Da die Frauen sich nach der Lektüre des Buches gerne auch komplett der Fleischbeschaffung verweigern, stehen die Männer nun vermehrt an Currywurstbuden und ähnlichen öffentlichen Fleischversorgungsanstalten herum, wo sie noch mehr Frauen in Leggings sehen. Man ahnt die Folgen. Wir liegen nicht nur in den Pisa-Studien zurück, wir werden auch noch ewiggestrig, was die Ernährung betrifft, von der Mode ganz zu schweigen. Der deutsche Mann steht schnitzelschwer im Imbiß, die deutsche Frau geht salatschlank vorbei. Sie sehen sich an und verstehen sich nicht. Es hat einen neuen Grund, aber es wirkt doch alles wie immer.

2010? Da war nichts.

Dieser Text erschien als Kolumne im Jahresrückblick der Lübecker Nachrichten und der Ostseezeitung.

Wochenende

Winterzauber

Und drüben im Westen ist wieder ein neues Wochenhoroskop von mir online, es ist – als Wochenhoroskopschreiber geht man chronisch etwas vor – schon das Horoskop für die Silvesterwoche.

Wir wünschen dennoch erst einmal frohe Weihnachten und bedanken uns herzlich bei den Lesern, die von dem Wunschzettel für die Jungs Gebrauch gemacht haben – Ihr seid großartig. Die Geschenke liegen nachher natürlich mit unter dem Baum, nachdem wir sie kurz an den Weihnachtsmann weitergegeben haben werden, der sie wiederum heimlich an uns zurückgeben wird, damit wir sie den Kindern geben können – es ist kompliziert, aber nach guter Tradition lösbar.

Feiern Sie schön.