Ein Kind im vierten Lebensjahr redet bereits ziemlich flüssig und mit erstaunlich vielen Vokabeln. Es erzählt Geschichten, die sogar einen Sinn ergeben. Es kann abends wiedergeben, was es am Tag getan hat und wem es das getan hat. Es kann berichten,  was es vor dem Schlafengehen noch vorhat, und auch wie es das findet, daß es das alles nicht darf.  Es kann sich erstmalig mit seinen Freunden über Spielvorhaben verständigen, ohne rohe Gewalt einzusetzen. Der Kumpel muß nicht mehr an den Haaren zu den Bauklötzen geschleift werden, es reicht jetzt  „Komm, wir wollen einen Turm bauen“ zu sagen.  Der Kumpel sagt dann „Ja, das wollen wir“ und schon rennen beide in geeinter Begeisterung los, zu den Bauklötzen, um sich dann dort erst um die besten Stücke zu prügeln. Doch, es ist ein Fortschritt.

Der Rededrang ist in diesem Alter normalerweise recht groß.  Sohn I hat z.B. etwa zu seinem dritten Geburtstag im September einen Satz angefangen, der sich bis Nikolaus erstreckte.  Dann lag Schokolade in seinem Stiefel und er verlor den Faden.  Das kennt man ja, daß wirklich große Ereignisse einen völlig aus dem Takt bringen. Man muß ihm bei seinen Monologen Gott sei Dank nicht zwingenderweise zuhören, es perlt  ganz ohne Interaktion aus ihm heraus. Wenn man sich aber danebenstellt und seinen Sätzen folgt, stellt man fest, daß er recht treffsicher in seiner Wortwahl ist, nur bei den Fremdwörtern gibt es noch größere Probleme, da verfehlt er schon mal den Zielbegriff knapp.  Als er zum Beispiel heute früh aus dem Fenster auf die weiße Pracht des verschneiten Spielplatzes  sah, winkte er mich heran, zeigte nach draußen und sagte hingerissen:  „Papa, guck mal, ein Winterparasit!“

Ich habe den leisen Verdacht, daß er etwas anderes meinte.

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