Und noch ein Simenon: „Der Mann aus London“, übersetzt von Stefanie Weiss. Ein Roman, der vielleicht nicht so bemerkenswert wäre, wenn man nicht etwas länger über die Antwort auf ein paar Fragen nachdenken würde. Weiß man nach dem Roman, wie die Stadt, in der er spielt, Dieppe, aussieht? Ja, das bildet man sich tatsächlich ein. Hat Simenon sie beschrieben? Kaum. Weiß man, warum die Hauptfigur tut, was sie tut? Ja, das weiß man. Hat Simenon ihr Innenleben beschrieben? Kaum. Nun ja. Genie ist eben Genie.

Der Roman erschien zuerst 1933 und beginnt so:

„Im Augenblick denkt man, es seien Stunden wie andere auch, und merkt erst hinterher, daß etwas Außergewöhnliches daran war. Hinterher, da spürt man mühsam dem Faden nach, der sich durch das Geschehen hindurchzog, und man versucht die einzelnen Minuten sinnvoll wieder zusammenzufügen. Warum war Maloin an dem betreffenden Abend schllechtgelaunt von zu Hause weggegangen. Sie hatten wie gewöhnlich um sieben zu Abend gegessen. Es hatte gebratene Heringe gegeben, es war die Jahreszeit dafür.“

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