Einer von den zu Unrecht früh vergessenen Autoren des letzten Jahrhunderts, Ford Madox Ford. Wenn man etwas über die Kunst der Situationsbeschreibung lernen möchte, dann bei ihm. Nach den ersten zwanzig Seiten kurz nachgedacht und festgestellt, dass im Buch etwa drei Minuten Handlungszeit verstrichen waren, wenn überhaupt. Und keine Zeile war langweilig. „Der Mann, der aufrecht blieb“, erlesen übersetzt von Joachim Utz, erschien zuerst mit dem Titel „A man could stand up“ 1926 und beginnt mit dem Moment, in dem der erste Weltkrieg endet:

„Langsam, unter unerträglichem Lärm, der teils von der Straße, teils von dem weiten und mächtig widerhallenden Schulhof zu ihr drang, verwandelte sich das Innere des Telephons für Valentine in etwas, was es schon in früheren Jahren für sie gewesen war – es erschien ihr als unerforschliches Requisit des Schicksals. Es war auf subtile Weise beunruhigend, dass das Telefon aus unerfindlichen Gründen gänzlich unabgeschirmt in einer Ecke des großen Schulraums stand, und nachdem sie in einem Augenblick banger Erwartung mit höchster Dringlichkeit vom asphaltierten Schulhof gerufen worden war – wo sie die unter ihrer Anleitung in Reihen aufgestellten und wie unter elektrischer Hochspannung stehenden Mädchen gerade noch im Zaum hatte halten können -, wurde Valentine, sobald sie den Hörer ans Ohr hielt, von einer Stimme, die ihr halbwegs bekannt vorkam, schlagartig mit ihr unverständlichen Mitteilungen überschwemmt.“

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