Eigentlich müsste ich jetzt eine Weihnachtsgeschichte schreiben, was allerdings im Februar nicht ganz so einfach ist – und während man sich mit der Grippe amüsiert erst recht nicht. Missmutig hustend starre ich meinen Text an, der Text starrt vollkommen unbeeindruckt zurück, in jedem o ein leerer Blick.  Meine Finger liegen auf den Tasten, da liegen sie anscheinend gut, sie ruhen sich ausgiebig aus. Die Dioden am Notebook leuchten vor sich hin, das sind aber auch die einzigen Leuchten im Raum, denke ich.  Da taucht am oberen Bildschirmrand plötzlich eine schwarze Plüschkatze auf, beugt sich vor und guckt auf meinen Text. Liest anscheinend ein paar Zeilen, schüttelt den Kopf. Guckt mich ernst an. „Ja nun“, sage ich, „das ist ja auch nur der Entwurf.“ Die Plüschkatze nickt und macht es sich hinter dem Notebook bequem. Ich tippe entschlossen einen Satz, wer wird sich denn schon von einer Plüschkatze beeindrucken lassen. Die Katze macht einen langen Hals und liest mit. Dann seufzt sie und schüttelt wieder den Kopf. Ich lösche einen Teil des Satzes und schreibe ihn neu, die Katze liest wieder und vergräbt dann entsetzt den Kopf in den Pfoten. Ich überlege und starre den Bildschirm an. Die Katze sagt: „Du solltest mit Lego spielen. Mit Kindern.“

Das Schreiben ist nicht unbedingt einfacher geworden, seit Sohn I seine Vorliebe für Handpuppen entdeckt hat.

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