Sohn I erzählt mit leuchtenden Augen, dass er mit einem Mädchen geknutscht habe. Ich frage natürlich nach dem Namen, denn es ist nicht ganz einfach, bei seinen Affären halbwegs die Übersicht zu behalten, da muss man sich als Vater schon etwas Mühe geben. Ich  stelle erstaunt fest, dass ich das Mädchen gar nicht kenne. Sie ist noch recht neu im Kindergarten, das war dann ja eine schnelle Entwicklung. Seine vorherige Freundin hat er anscheinend an den besten Kumpel abgetreten, das läuft da alles sehr friedlich und zivilisiert ab, auch wenn der beste Kumpel noch gar nicht allzu begeistert wirkt. Na, man arrangiert sich eben. Das neue Mädchen hat ihn also geküsst. „Und dann ist sie aber schnell weggelaufen!“ sagt er und deutet mit den Händen an, wie schnell sie gelaufen ist. Es sieht ziemlich schnell aus. „Oh“, sage ich und bereite mich geistig auf ein Trostgespräch unter Männern vor, eines Tages musste das ja kommen, das war mir schon seit Monaten klar, „das tut mir jetzt aber leid. Das war bestimmt sehr blöd für dich, was?“ Liebeskummer unter Kleinkindern. Wenn dieses Gespräch noch länger dauert, werde ich wahrscheinlich vor Rührung schmelzen. „Nein“, sagt Sohn I sehr sachlich, „sie ist nur weggelaufen um Anlauf zu nehmen. Für den nächsten Kuss.“

Ich mache mir dann erst einmal keine weiteren Sorgen.

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