Zufällig erfuhr ich gestern vom Erfolg der Berliner Piraten, als ich wieder einmal auf einer Piratenparty eines Freundes von Sohn I stand. Ich sah die Nachrichten aus der Hauptstadt auf meinem Handy, und dann sah ich wieder die tobenden Kleinen um mich herum. Piratenparty und Piratenpartei, das war an sich schon völlig absurd. Immerhin gab es aber einen gemeinsamen Nenner, der überhaupt nicht zu übersehen war. Hier wie dort ging es in der Hauptsache um seltsam angezogene Jungs, die sehr gut gelaunt waren und fast keine Mädchen dabei hatten. Ich stand kopfschüttelnd in der Kinderschar, denn ich halte die Piraten aufgrund ihrer Position in Fragen des Urheberrechts für ganz und gar unwählbar, aber das führt hier zu weit. Sohn I fragte mich, was ich da auf dem Handy lesen würde. „In Berlin feiern die Piraten“, sagte ich. „Ja, aber hier doch auch“, sagte Sohn I erstaunt. Ich sagte ihm, dass das etwas anderes sei und dass die Piraten in Berlin viel grösser seien, woraufhin er mir souverän erklärte, dass die Piraten hier, also in Hamburg, schon auch noch grösser werden würden, und zwar jedes Jahr. Recht hat er, Geschichte kann so einfach erklärt werden, mehr muss man gar nicht wissen. Egal, wie man es findet.

Und bei der nächsten Bundestagswahl stehen dann vielleicht in ganz Deutschland Mütter und Väter von Vierjährigen vor den Wahlplakaten und versuchen verzweifelt ihrem Nachwuchs zu erklären, warum sie die Piratenpartei nicht wählen werden und dass es, warum auch immer, gar keine Indianerpartei als Ersatz gibt. Na, vielen Dank auch.

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