So, ich bin vorbereitet. Obwohl man ja als nahezu immer online lebender Mensch eigentlich gar keine Kochbücher mehr braucht. Zum einen sind Apps viel praktischer, zum anderen reicht es auch vollkommen aus, wenn man auf Twitter, Facebook, Google Plus oder wo auch immer leise etwas wie „Okra, nanu?“  oder „was ist das denn“ murmelt und ein Handyfoto dazu hochlädt – schon kommen rudelweise Foodblogger herangeschossen, deren Existenz man vorher gar nicht wahrgenommen hat, und überhäufen einen mit Texten zur Warenkunde, Rezepttipps, Fotos von zufällig bei ihnen gerade zubereiteten Gerichten mit dem Zeug und kampflustig vorgetragenen Grundsatzaussagen zum  jeweiligen Kraut à la „Stängelkohl gehört auf den Kompost, nicht auf den Tisch!“ Und während man sich als tendenziell ratloser und überforderter Nichtprofikoch noch amüsiert durch die Rezepte klickt, welche die Foodblogger als pappeinfach bezeichnet haben, obwohl man cirka 20 Zutaten dafür braucht, für die man in vier Läden gehen müsste, um dann daran zu scheitern, dass man gar keinen Schnellkochtopf hat, oder keinen Bunsenbrenner oder was auch immer, wo war ich, ach ja, währenddessen fangen die Foodblogger an, sich im gewählten Medium über korrekte Zubereitungsmethoden zu befehden, dass die Fetzen fliegen. Es sind seltsame, aber liebenswerte Menschen, die Foodblogger.  Sie erinnern ein wenig an Fische in Aquarien, die werden auch immer so aufgeregt, wenn man mit Futter kommt.

Und ich geh jetzt erst einmal lesen. Meinetwegen müssten dieses Jahr keine neuen Kochbücher mehr erscheinen, glaube ich.

 

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